Das dritte Geschlecht

Nach der Akzeptanz der Ehe von gleichgeschlechtlichen Paaren bewegt Deutschland ein neues Thema: das dritte Geschlecht.

Entscheidung zur Intersexualität.
Etwa 80.000 Menschen in Deutschland sind nicht eindeutig männlich oder weiblich. Eine Entscheidung des Bundesverfassungsgerichts zur Intersexualität nimmt diesen Menschen nun den Druck sich für eines von zwei Geschlechtern zu entscheiden.

Bipolare Welt schadet intergeschlechtlichen Kindern.
Jährlich werden schätzungsweise 300 bis 500 Kinder in Deutschland an den Genitalien operiert. Das sind oft schwerwiegende Eingriffe, die mit mehreren Operationen verbunden sind.
Da die Kinder noch zu jung sind, um sich mitzuteilen und ihre Meinung dazu zu äußern, werden Eltern oft von Ärzten zu einer Operation gedrängt. Doch diese Eingriffe können später zu schweren psychischen Belastungen führen.

Gesetzgebung bis Ende 2018.
Durch den Beschluss des Bundesverfassungsgerichts muss sich nun die Bundesregierung bis Ende 2018 für eine neue Gesetzgebung entscheiden: Entweder, das dritte Geschlecht „inter“, oder aber sogar die Abschaffung der Angabe des Geschlechts in personenstandrechtlichen Angelegenheiten.

Wir vom Landesjugendwerk werden in dieser Angelegenheit der Bundesregierung über die Schultern schauen und feiern den Beschluss des Bundesverfassungsgericht, denn wir sind: #gemeinsamanders.

 

André Huter | Vorstandsmitglied |Projektleiter „Gemeinsam anders“ | Leitung AK Queer
Literaturtipp: Der Spiegel Nr. 2 / 5.1.2018: Männer, Frauen und alles andere – Geschlechterrollen und Sexualität 2018
Quelle: www.tagesschau.de/inland/intersexuelle-geschlecht-105.html